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Delacroix: Die Freiheit führt das Volk, aufgelöst in schwarz-weißer Pixelstruktur mit wenigen farbigen Pixeln, als Triptychon konzipiert

Liberté, Egalité, Fraternité*, Freiheit, Gleichheit, Brüder- u. *Schwesterlichkeit

Was macht europäische Identität aus? Auf welche gemeinsamen Wurzeln können wir uns beziehen, um unsere Zukunft vereint gestalten zu können?

Als Vorlage für das aus drei Tafeln bestehende Triptychon diente das von dem Maler Eugène Delacroix geschaffene Werk „Die Freiheit führt das Volk“. Das Motiv wurde stark verfremdet, indem es in schwarz-grau-weißen Pixeln aufgelöst und mit stark stilisierten farbigen Flagen von 47 europäischen Ländern versehen wurde.


Ausstellungsbeitrag ,Spurensuche‚ von Babette Sponheuer und Felix Freier in der Ausstellung ‚Organismus Bunker‘ im Kunstbunker des bochumerkünstlerbundes in Bochum 2022

Der 1941 fertiggestellte Bunker hat bis zum Ende des 2. Weltkrieges bis zu 3.200 Menschen Schutz und Sicherheit geboten. In der Gefahr des Krieges mussten sich die Menschen bei Angriffen zur Orientierung mit ihren Händen angstvoll an den Wänden entlangtasten. Geblieben sind Bilderinnerungen und latente Abdrücke der Hände auf den Wänden, die, wären sie noch sichtbar, dramatische Geschichten erzählen könnten.

Uns ging es bei ,Spurensuche‚ darum, diese fiktiven Relikte an verschiedenen Stellen des Bunkers mit Methoden der künstlerischen Gestaltung, die an Methoden der historischen Rekonstruktion anknüpfen, sichtbar zu machen. Es ist wie in Zeiten der analogen Fotografie, als das auf Film belichtete (und damit vorhandene), aber nicht sichtbare, latente Bild entwickelt und erst damit sichtbar gemacht wurde.

Babette Sponheuer zeigt in ihren 8 Bildern (zu sehen ist hier eine Auswahl von 4, oben), wie jede Hand einen individuellen Abdruck, einem Fingerabdruck gleich, in der obersten Mauerschicht hinterlassen haben könnte.

Felix Freier konstruiert und erzeugt in 8 Bildern (gezeigt wird hier eine Auswahl von 4, unten) ein mögliches Déjà-vu für die Betrachter:innen, wie diese es wohl selbst erlebt hätten, wenn ihre eigenen Hände Halt an den rauhen Mauern der Bunkerwände gesucht hätten.


[Weggesperrt, Gefoltert, Ermordet – Steinwache Dortmund]

Meine Bildserie „Weg gesperrt, Gefoltert, Ermordet“ macht deutlich, was Menschen anderen Menschen antun. Dabei geht es mir nicht um eine dokumentarische Wiedergabe der grauenvollen Schauplätze, an denen sich zwischen 1933 und 1945 Unsägliches abspielte sondern darum die Emotionen herauszuarbeiten, die sich bei mir beim Anblick der Räume einstellten. Meine Bildserie bezieht sich nicht nur auf den Nationalsozialismus sondern ist universell zu verstehen, was Menschen anderen Menschen nicht nur gestern angetan haben, sondern heute antun und Morgen antun werden… 

Die Steinwache in Dortmund, ein ehemaliges Polizeigefängnis wurde während des Nationalsozialismus für die Folterung und Erpressung von Geständnissen politischer Gegner missbraucht und diente ebenfalls als Durchgangsstation für jüdische Bürger:innen und Zwangsarbeiter:innen, die aus der Steinwache in Konzentrationslager verschleppt wurden.

Anfang der 1990ziger Jahre wurde die Steinwache dann zu einer Mahn- und Gedenkstätte umgewidmet.


Fotoradierung, die Grobkörnigkeit der Motive entbindet die Fotografie von ihrer (scheinbaren) Funktion der ,objektiven‘ Wiedergabe von Realität und bietet dadurch Raum für subjektive Imaginationen.


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